Arminia Marburg

Gründung am 16. Juni 1860 und Anfänge

Am 16. Juni 1860 wurde die Arminia als Burschenschaft zu Marburg mit den Farben schwarz-rot-weiß und schwarzen Mützen gegründet. Die Verbindung war damit die erste Burschenschaft in Marburg. Die Gründer waren Ludwig Theodor Alexander Bickell, Heinrich Hendorf, Karl Schmidt, Ferdinant Bösser, Karl Schmidmann, Ernst Gerland, Gottlieb Rhode und Albert Vilmar. Die Studentenverbindung nahm den Betrieb mit 22 Mitgliedern auf. Am 16. Februar 1863 änderte die Burschenschaft ihre Farben in schwarz-rot-gold in Anlehnung an die Urburschenschaft. Die Farben schwarz-rot-gold waren ab dann geduldet und nicht mehr wie drei Jahre zuvor gänzlich verboten. Im Jahre 1866 wurde die Bestimmungsmensur eingeführt, welche im Jahr 1970 wieder abgeschafft wurde. Am 1. März 1874 wurde die Burschenschaft Alemannia Marburg gegründet. Bis heute gelten beide Verbindungen als liberale Burschenschaften in Marburg und gründeten im Jahr 2010 die Marburger Liberale Burschenschaften (MaLiBu).

Wilhelminische Zeit

Am 1. Dezember 1890 wurde der Rote Verband gegründet. Dieser Verband ist ein Zusammenschluss arministischer Burschenschaften.
Im Rahmen des Ersten Weltkriegs gründete die Arminia den Akademischen Hilfsbund zur Unterstützung Verwundeter Kriegsteilnehmer, welcher später zur Blindenstudienanstalt in Marburg ausgebaut wurde. Heute hat Marburg einen internationalen Ruf in der Blindenforschung.
Mit anderen gleichgesinnten Burschenschaften gründete die Arminia am 10. Januar 1920 die „Rote Richtung“, ein Kartell innerhalb der Deutschen Burschenschaft. Zu dieser Zeit (1897 – 1951) gehörte die Arminia nicht dem „Roten Verband“ an.

Nationalsozialistische Zeit

Am 28. Juni 1936 findet unter dem Druck der Nationalsozialisten die Auflösung der Burschenschaft Arminia statt. Der Verein alter Arminen – ein Zusammenschluss der ehemaligen Studierenden der Studentenverbindung – beschließt die Beibehaltung des Verbindungshauses. Wie fast alle Studentenverbindungen wird die Marburger Burschenschaft Arminia am 1. November 1937 in eine Kameradschaft umgewandelt. Die Kameradschaft trägt den Namen Lützow. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wird der Felsenkeller Teil der Universitätsklinik.

Nachkriegszeit

Am 9. Juni 1950 werden die ersten neuen Mitglieder der Burschenschaft Arminia Marburg rezipiert. Im Jahr 1951 wird das Verbindungshaus von den Alliierten an die Arminia zurückgegeben. 1960 wird das Haus zu einem Studentenwohnheim ausgebaut und unter Denkmalschutz gestellt.
Im Jahre 1970 schafft die Marburger Burschenschaft Arminia die Bestimmungsmensur ab. Aus diesem Grund erfolgt der erste Ausschluss der Burschenschaft aus dem Dachverband Deutsche Burschenschaft. Die Verbindung einigt sich auf die Wiederaufnahme in den Dachverband, im Gegenzug können österreichische Burschenschaften Mitglieder der Deutschen Burschenschaft werden. Seit 1970 akzeptiert die Deutsche Burschenschaft damit Mitgliedsbünde ohne Bestimmungsmensur, aber kommt auch der Forderung der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) nach, Österreichische Burschenschaften in ihrem Dachverband zu akzeptieren.

Nach der deutschen Wiedervereinigung

Bereits im Jahr 1970 nimmt die Burschenschaft Arminia erstmals Zivildienstleistende in die Verbindung auf, daraufhin erfolgt 1989 eine Suspendierung und 1990 der zweite Ausschluss aus der Deutschen Burschenschaft. Die Arminia klagt gegen diesen Ausschluss und erhält Recht. Sie tritt daraufhin selbst aus. Am 13. Januar 1996 gründete die Arminia mit sieben weiteren Burschenschaften den liberalen Dachverband Neue Deutsche Burschenschaft. Die Arminia veröffentlicht 2002 eine Marburger Erklärung, in der sie sich auf ihre Grundsätze beruft und sich von extremistischen Vereinigungen und Parteien distanziert. Die Arminia war im Geschäftsjahr 2013/14 zum vierten Mal vorsitzende Burschenschaft der Neuen Deutschen Burschenschaft.

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